"Astrologie und Astronomie" (Kurz-Vortrag 23.05.2009) PDF Drucken E-Mail
In seiner Einleitung erläuterte Herr Krejci, daß sich der Mensch seit jeher bemüht hat, das ihn umgebende Universum zu verstehen. Aus Beobachtung von Rhythmen, Schwingungen, von Werden und Vergehen entstand in vielen alten Traditionen die Vorstellung vom Universum als einem "Makro-Bios", also einem großen lebendigen Organismus, welcher selbst unterschiedliche Zustände und Zyklen durchlebt.

astrosophie__-__quelle_iffile_-_fotolia_8307659_m.jpgZur Beschreibung dieser verschiedenen Zustände erinnerte Herr Krejci an die Betrachtung der alten Griechen über die Zeit. Diese kannten nicht nur eine "Zeitquantität", repräsentiert durch den Gott Kronos, also das Äußere der Zeit, das Meßbare, die Form. Daneben existierte auch die Vorstellung, daß die Zeit nicht immer gleich sei, sondern unterschiedliche "Qualität" annehmen kann, repräsentiert durch Kairos, den Gott des günstigen Augenblicks.

Was seit der Zeit der Sumerer und Ägypter selbst-verständlich und eine höchstangesehene Wissenschaft war, ist heute zumindest intuitiv vielen Menschen noch klar: Es gibt Zeiten zum Säen und Zeiten zum Ernten, es gibt Zeiten zum Sprechen und Zeiten zum Schweigen u.s.w. Auch im alten China verstand man in der Natur zu lesen, so beschreibt etwa das berühmte Buch "I Ging" 64 archetypische Zeitqualitäten.

Das Verhältnis von Astronomie zu Astrologie ist wie Form zu Inhalt. Die Astronomie beschäftigt sich mit dem Sichtbaren. Ihre Erkenntnisse werden nützlich erst durch den Sinn des Geschehens, welcher sich nur durch die Astrologie erschließt. Warum die Stellung der Gestirne überhaupt von "Be-Deutung" sein kann, wird zum Beispiel klar, wenn man bedenkt, daß jedes einzelne Teilchen im Kosmos auf engste mit jedem anderen in Verbindung steht. Dies wird in den alten Weisheitsbüchern der verschiedenen Kulturen gelehrt - und kann auch im Kurs "Abenteuer Philosophie" bei Neue Akropolis studiert werden - und ist auch heute durch die moderne Physik bestätigt (z.B. Doppelspalt-Experiment, Quantenphysik).

Herr Krejci unterstrich, daß die Wissenschaft der Astrologie grundsätzlich höchst exakt ist, da die Stellungen der Gestirne präzise berechenbar sind. Er verwies jedoch gleichzeitig auf die großen praktischen Schwierigkeiten in der Anwendung. Diese resultieren aus der enormen Komplexität möglicher astrologischer Zusammenhänge, noch mehr jedoch aus dem Mangel an wirklich verläßlichem Deutungswissen bzw. entsprechend ausgebildeten Fachleuten. Herr Krejci betonte weiters, daß viel von dem alten astrologischen Wissen der Antike verloren sei und daß auch nur wenige Menschen wirklich eingeweiht waren, denn - das gilt heute genauso - nur die wenigsten können mit der Macht, die diese Wissenschaft verleiht, tatsächlich verantwortlich umgehen.

Für die Nicht-Astrologen unter den Zuhörern illustrierte Herr Krejci sodann anhand von einigen Grundkonzepten der Astrologie, welche enorme Komplexität eine Deutung sofort annimmt, will man sie wirklich verantwortungs-bewußt und umfassend vornehmen.

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Im weiteren konzentrierte sich Herr Krejci auf die philosophisch-ethischen Aspekte des Umgangs mit der Astrologie. Er warnte in diesem Zusammenhang ausdrücklich vor einem dogmatischen, konsumistischen und simplifi-zierenden Umgang. Dieser führe zu "Kästchen-Denken", Entmündigung und selbsterfüllenden Prophezeiungen.

Demgegenüber regte er an, astrologische Konstellationen positiv als "Aufgaben" zur eigenen Fortentwicklung zu betrachten. Er betonte, daß jede astrologische Qualität prinzipiell weder "gut" noch "schlecht" sei, sondern ein riesiges Spektrum anbiete, mit ihr umzugehen. So könne beispielsweise eine Neptun-Qualität gleichermaßen eine Hingabe an das Göttliche und Transzendente bedeuten wie auch eine "Auflösung" im Rausch von Drogen.

Damit stellt sich eindringlich die philosophische Frage nach der Eigenverantwortung des Menschen, der sein Schicksal passiv als Opfer erleiden kann oder aber aktiv seine Anlagen nutzt und zur besten Entfaltung bringt.

Abschließend appellierte Herr Krejci nochmals an einen enthaltsamen und verantwortungsvollen Umgang mit der Astrologie. Er erinnerte an die Forderung der griechischen Philosophie des "Mensch, erkenne Dich selbst!". Diese hat zum Ziel, den Menschen durch wahre Selbsterkenntnis zur Mündigkeit zu führen und ihn in die Lage zu versetzen, seine eigene Entwicklung auf bestmögliche Weise in die Hand zu nehmen.






Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 25. Oktober 2009 )
 
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