Heilig PDF Drucken E-Mail

zentraler Begriff in den Religionswissenschaften für das Göttliche, das dem Göttlichen Zugehörige. Der Gegenbegriff ist das Profane. Der deutsche Religionsphilosoph Rudolf Otto (*1869, +1937) entwickelte in seinem grundlegenden Werk „Das Heilige” die wichtigsten, alle Religionen verbindenden Gemeinsamkeiten im Begriff und der Erfahrung des Heiligen. Er nannte es auch „das ganz Andere” bzw. „das Numinose”, da es in seiner letzten Natur vom Menschen nicht zu erfassen ist, aber manchmal überwältigend in unsere Alltagswelt hereinbrechen kann. Das Heilige hat nach Otto dem Menschen gegenüber eine Doppelnatur, nämlich als „tremendum” (das Furcht erregende) und als „fascinosum” (das Faszinierende und Anziehende).

Der rumänische Religionswissenschaftler Mircea Eliade (*1907, +1986) beschrieb in seinem Werk „Das Heilige und das Profane” das Heilige als zum Menschen und seiner Erfahrungswelt gehörig. Er überwand die Trennung zwischen dem Heiligen und dem Profanen, indem er aufzeigte, dass es dem menschlichen Bewusstsein in allen Lebenslagen offen steht, zur Erfahrung des Heiligen zu kommen bzw. in der Erfahrungswelt des Profanen zu verharren.

In den monotheistischen Religionen steht heilig auch für sittliche und moralische Vollkommenheit als Abbild der Eigenschaften Gottes.

Autor: Helmut Müller

 
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