Epikur PDF Drucken E-Mail
(griech. Philosoph, 371 - 270 v. Chr.)

Epikur gründete 306 v. Chr. im Garten seines Hauses in Athen eine Philosophieschule, in der - damals völlig unüblich - Frauen und Männer gemeinsam am Unterricht teilnahmen. Aufgrund seines Charisma und seiner praktischen Lebenslehren war die Schule Epikurs Anziehungspunkt für Studenten des gesamten griechischen kleinasiatischen Kulturkreises. Mit seinem Wahlspruch "Lebe verborgen!" brachte er zum Ausdruck, dass er das Wirken in Staat und Politik gering schätzte und das heitere, gesellige Leben im privaten Kreis als Lebenskonzept bevorzugte.
Epikurs über 300 Manuskripte sind fast vollständig verloren gegangen. Im Zentrum der Philosophie Epikurs steht die Ethik, d.h. die Lehre vom richtigen Handeln. Alleiniges Ziel des Menschen ist das glückselige Leben, das Epikur als Gewinnung von Lust und Vermeidung von Unlust definiert. Dabei stellt Epikur die Freuden von Geist und Seele über die des Körpers. Die Lust des Leibes ist an den Augenblick gebunden, die Seele hingegen kann in Vergangenheit und Zukunft blicken und so vergangene Freuden erinnern und zukünftige herbeisehnen. Wahre Glückseligkeit ist nicht in der groben Sinnlichkeit, sondern in der von Vernunft geleiteten weisen Abwägung der Genüsse sowie in Tugend und Selbstbeherrschung zu finden.
Wie bei den Stoikern ist das höchste Glück die unerschütterliche Ruhe der Seele  (Ataraxie), die aus dem Sieg über die Furcht erwächst. Epikur unterscheidet dabei die Furcht vor den Göttern, vor dem Tod und dem Leben nach dem Tod. Das Ziel der Beschäftigung mit der Natur (Physik) ist damit die Befreiung des Menschen von diesen Ängsten.
Autor: Helmut Müller
 
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